Strahlegghorn

21.07.2026 - 23.07.2026   (Gregi)

Da sitze ich nun in der Schreckhornhütte am Tisch mit meinen Bergfreund/innen und höre mich sagen: 'de schriib ich demfall de Tuiräbricht'! ...was??? macht man nicht alles für ein bisschen gutes Karma um im nächsten Leben vielleicht nicht als Ratte eines Tierversuchslabors aufgepinnt und bereit für eine Injektion mit irgend einem Krankheitserreger zu enden (wie mir eindringlich von Susanne prophezeit wurde...).
Aber der Reihe nach... Signor Euci lud ein zu seiner Tour aufs Strahlegghorn und zu sechst machten wir uns an diesem Dienstag auf nach Grindelwald und genossen nach den ersten Schweisstropfen die Pause auf der Bäregg bei Kaffee und wunderbarer Aussicht auf Wiesen, Felsen, Gletscher und Gipfel.
Der Weiterweg wurde fast zwei Stunden später jäh unterbrochen, weil deutlich darauf hingewiesen wurde, dass Frau noch ein Sandwich im Rucksack habe, das aber sicher nicht bis zur Hütte getragen werden wolle und eine Unterzuckerung zu gaaaanz schlechter Laune führe. Das wollte natürlich niemand riskieren. Also gabs halt 'schon wieder' ein Päuschen.
Der Hüttenweg zeigte sich eindrücklich steil und wunderschön wildromantisch bis alpin. Die urtümlliche Schreckhornhütte war voll. Aber das störte uns wenig. Wir hatten ordentlich zu tun mit einem Sponti-Quiz am Tisch, dessen Gewinner/in sich den/die Seilpartner/in für den Gipfeltag aussuchen durfte. Weil das völlig überforderte Quizbüro nachträglich als nicht neutral eingestuft wurde - blieben die Resultate leider unter Verschluss und die drei Seilschaften wurden wie gewohnt nach passenden Kopfformen gebildet.
Zur guten Stimmung trug schliesslich auch die Hüttenwartin bei, die den etwas struppligen Berichtschreiber kurz vor Lichterlöschen bei einer Begegnung im Esssaal ganz erstaunt fragte: 'und was bisch du für eine?'. ...die Anderen fandens seeeehr lustig - und ich hatte für die nächsten Stunden wieder etwas zu grübeln (denn die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten)...
Eine erstaunlich gute Nacht später standen wir Bergfreunde gestaffelt auf. Die ersten um 04:00 die letzten um 05:20 - aber gemeinsam um 05:45 zogen wir los. Nach teils abenteuerlichem Aufstieg Richtung Gaagg (wo man sehr schön '...en' kann) trafen beim Strahleggpass die ersten Sonnentrahlen auf unsere Haut und Kleider. Das tat richtig gut!
Der folgende Gipfelgrat war dann kurz aber furz. Paddy zeigte uns Greenhörnern auf, wie man im Hochgebirge reitet. Leider bewegte sich sein felsiger Untersatz trotz heftigem Einsatz der Sporen keinen Millimeter, was ihn dann wieder auf konventionelle Bewegungsarten umsatteln liess. Für Unterhaltung war immer gesorgt.
Das Steigen war so kurzweilig, dass wir plötzlich einigermassen überrascht feststellten, dass es von unserem Standort auf allen Seiten abwärts geht. So etwas nennt man wohl Gipfel.
Nach der traditionellen Knutscherei genossen wir ausgiebig die warmen Temperaturen, die tolle Gesellschaft, die grandiose Aussicht und natürlich den endlich vorhandenen Handyempfang...
Dem anderen Grat entlang gings hinunter, über Plattenschüsse, wo Irene für Bruno noch eine knifflige Abkletterstelle fand. Navigatorisch wurden aufgrund des interessanten und unübersichtlichen Geländes gegen Schluss zunehmend Inputs der GPS-Fraktion eingebracht und manchmal sogar umgesetzt. Zusammen sind wir stark!
Zurück bei der Hütte gönnten wir uns wieder mal was Köstliches aus der Küche und genossen die Sonne.
Der Abend verging viel zu schnell. Wir hatten einen Tisch für uns und da bekam bis am Schluss glaub jeder sein Fett weg. Leider wollte Euci seine Oberarme nicht live noch etwas aufpumpen und auch Bruno zeigte keine 'Vierkantrohr'(auch ich glaube dir jetzt, dass es dieses Ding gibt)-Klimmzüge. Dafür demonstrierte er seine extreme Grifffolge vom Nachmittag nochmal und wer's verpasst hatte, konnte eine Zugabe kriegen. Dass er im Aufstieg einmal Susannes Wade als Griff benutzt hatte, erfuhren wir erst am Folgetag...
Am letzten Morgen war Ausschlafen und der gemütliche Abstieg nach Grindelwald angesagt. Wir konnten die wunderbare Land- und Gesellschaft nochmals voll geniessen und trafen zum Milchkaffee auf der Sonnenterrasse der Bäregg auch wieder auf Kameltreiberin Irene und Kamel Paddy, welche unter "gemütlich' evtl. etwas anderes verstanden hatten.
Nach einem Salätli auf der Pfingstegg und einem Schwatz mit dem Parkplatzchef bei der Talstation traten wir (wieder getrennt) die Heimreise an. Die Lacher auf der Heimfahrt entziehen sich somit leider meiner Kenntnis. Ich für meinen Teil hatte noch ein (etwas einseitiges, aber nicht minder interessates) 'Gespräch' mit einer sehr zackigen und unterhaltsamen 86jährigen Bülacherin, deren Stammbaum ich nun auswendig zeichnen könnte.
Ich gehe stark davon aus, dass die Heimfahrt meiner Bergfreund/innen auch sehr kurzweilig war.
Danke Markus alias Euci alias Heu-tschei für die Organisation und Durchführung dieser tollen Tour. Irene, Susanne, Paddy und Bruno, euch herzlichen Dank für die coole Zeit zusammen in den Bergen. Es war mir ein Fest!
Gregi

Fotos



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